Begrüßungsrede

Liebe Luftsportlerinnen, liebe Pilotinnen, liebe Luftsportinteressierte, liebe Piloten, liebe Gäste, im besonderen möchte ich hier den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley Wener Groß nennen und die amtierende Loreley Theresa Lambrich als bekannte Repräsentantin unserer Region , Danke dass sie und ihr der Einladung gefolgt seid.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und Euch heute auf vierfache Weise begrüßen:

1) Als Privatperson Sabine Theis, deren Familie das zeitaufwendige Hobby Fliegen ermöglicht, insbesondere danke ich meinem Mann Volker, der zu dem die Homepage für das Treffen gestaltet hat und meiner Tochter Clara für ihre Geduld, die ich immer sehr strapaziere

2) als Vorsitzende des Bundesauschusses für Frauen und Familien im DAeC. Mit dem Vorstand des DAeC ist geklärt, dass dem Stellenwert dieser Veranstaltung hohe Bedeutung zukommt, ist sie doch das einzige deutschlandweite regelmäßig stattfindende Treffen. Es dient dem networking und verdient Unterstützung, ich danke den anwesenden DAeClern für eine finanzielle Zuwendung zu Gunsten der teilnehmenden Luftsportjugend ( Frau Ariane Bugdoll-Frost)

3) als Frauenbeauftragte des Rheinlandpfälzischen Luftsportverbandes, der heute durch den Präsidenten Ernst Eymann vertreten ist, hier möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich für die Unterstützung bei der finanziellen Absicherung, der Buchhaltung und Pressearbeit bedanken

und 4) als Pilotin und Segelfluglehrerin meines Heimatvereines des Aero Club Nastätten, zahlreiche tatkräftige Hände stehen mir helfend zur Seite und sorgen dafür, dass Ihr euch wohlfühlt.

Herzlich willkommen zum 43. Treffen der Luftsportlerinnen, dem zweiten Hexentreffen auf Rheinlandpfälzischen Boden, das letzte Treffen wurde vor 25 Jahren von Waltraud Maurer in Idar-Oberstein organisiert. Auch hier herzlich Willkommen an die Pilotinnen von damals.

Noch ein Dankeschön an Herrn Minister Roger Lewentz, der die Schirmherrschaft für das Treffen übernommen hat und dessen Grußwort nachher verlesen wird.

Nach den Grußworten startet der erste Vortrag. Ingrid Blecher, die Mutter aller Hexentreffen, berichtet über die Entstehung und den Ablauf der Treffen. Ich möchte auch Ihr danke sagen für ihr unermüdliches Engagement.

Warum das Treffen Hexentreffen heißt, liebe Ingrid, wirst du vielleicht nachher noch erklären. Ich habe im Vorfeld viel über diesen Namen nachgedacht und auf die Wirkung, die er mit sich bringt.

Hexen waren im Mittelalter Frauen, teilweise auch Männer, mit ungewöhnlichen Ansichten und fremdartigem Verhalten, schlecht angesehen, von Männern oder der Kirche verfolgt, gefoltert, verbrannt. Hässliche Gestalten mit Runzeln und Warzen, zwilichtig, mit dem Teufel im Bunde, flogen sie durch die Lüfte und verzauberten rechtschaffene Bürger.

Als ich für unser Treffen eine zusätzliche Unterkunft gesucht und beim CVJM angefragt habe, hat sich der Herbergsvater erst mal nach der Bedeutung unseres Treffens erkundigt. Steht doch der Satanskult in Widerspruch zu den christlichen Grundwerten, die bei dem CVJM gelten. Auch heute weckt der Begriff Hexe also bei dem ein oder anderen dieses Bild.

Ich selbst bin mit der kleinen Hexe von Ottfried Preussler groß geworden, habe meiner Tochter daraus vorgelesen. Dann kamen im Kindergartenalter bei Clara Bibi Blocksberg und die Hexe Lilli dazu.

Inzwischen kennt jeder Harry Potter. Hier werden Hexen ganz anders besetzt, lösen andere Emotionen aus, erfreuen jung und alt mit wundersamen Geschichten und verzaubern uns, indem sie uns in mystische Welten entführen.

Was nehmen wir daraus mit? – Wo ergibt sich für mich da ein rundes Bild?

Das Denken in Stereotypen ist mit Vorurteilen behaftet und es dauert diese Bilder im Kopf anders zu besetzen.

Was sind Stereotype – die Antwort liefert ein Auszug aus Wikipedia:

Geschlechterrollen-Stereotype

Diese Stereotype bringen die Ansichten über die Unterschiede der Geschlechter zum Ausdruck. Das Bild des Mannes ergibt sich als „unabhängig, objektiv, aktiv, wettbewerbsorientiert, abenteuerlustig, selbstbewusst, und ehrgeizig“.[6] Die Frau findet ihre Ansiedelung hier ganz auf der anderen Seite. Sie wird als „abhängig, subjektiv, passiv, nicht wettbewerbsorientiert, nicht abenteuerlustig, nicht selbstbewusst, nicht ehrgeizig, des Weiteren als taktvoll, freundlich und gefühlsbetont beschrieben“.[6]

Wen wundert es, dass sich die Frauen in der Luftfahrt oder im Luftsport in folgenden Rollen wiederfinden:

Sie sorgen für die Kinderbetreuung, verkaufen Kuchen, stehen im Catering, halten den Männern den Rücken frei, sind nettes Beiwerk, auch auf der Aero sorgten knapp bekleidete Messehostessen für einen Blickfang bei den meist männlichen Besuchern.

Ist das in der Realität so? Sicherlich nett gemeint, kann ich mich noch an den Werbefilm der Französinnen zur Weltmeisterschaft erinnern, in dem eine Frau mit Highheels, Kleidchen und perfektem Makeup zum Flugzeug stöckelt. So etwas führt bei mir zum garantierten Lacherfolg, wie es auf das andere Geschlecht wirkt, lässt sich nur erahnen, es zeigt aber kein bisschen die Realität und das ist schade.

Ich möchte die heutige Gelegenheit nutzen, allen Pilotinnen zu sagen, zeigt euch, zeigt euch so, wie ihr seid, ihr seid perfekt. Ob im AMF ( Angelika Machinek Förderverein für den Frauensegelflug), im VDP (Vereinigung der deutschen Pilotinnen), den 99ers oder im BAFF (dem Gremium dem ich vorsitze)des DAeC – überall habt ihr starke Verbündete, Vorbilder, Mitstreiterinnen.

Wir suchen übrigens für den Luftsportverband Bayern eine Frauenbeauftragte, die sich im BAFF, der morgen tagt, engagiert. Jede Interessierte ist herzlich willkommen unsere Sitzung zu besuchen.

Die Männer haben längst erkannt, dass nicht nur im Job sondern auch im Hobby Luftfahrt Frauen ihren Anteil haben. Sie unterstützen uns.

Letztendlich wollen wir alle das gleiche, noch lange in der Luft unserem Sport, unserer Leidenschaft nachgehen.

Was erwartet euch heute noch? – Carolin Rothhardt hat zusammen mit Ihrem Mann und Baby das Abenteuer Segelfliegen in der Elternzeit ausprobiert.

Bei dem Vortrag der Mainzerinnen werde ich besonders interessiert sein, hatt ich doch zu diesem Zeitraum Schule und konnte nicht mitfliegen an die Norddeutsche Küste.

Nach der Mittagspause berichtet uns Monika Herr welche Herausforderungen es mit sich bringt bei Lufthansa Flugkapitänin zu sein.

Wir sind inzwischen international aufgestellt: Margot Acquaderni, Präsidentin des Aero Club Adele Orsi aus Italien spricht über die Möglichkeiten die Frauen im Luftsport haben.

Als besonderes Bonbon dann der besondere Blick auf das Wetter von Bernd Fischer.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!

 

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© Volker Stutzer